Oh du wirbelige Weihnachtszeit

Wir zünden Kerzen an (und seit dem Schreckmoment vom letzten Sonntagabend löschen wir sie auch konsequent aus, bevor wir den Raum verlassen).

Wir öffnen die Türchen, Seiten und Blätter unserer Adventskalender.

Wenn wir am Abend Besuch erwarten, brennt vor der Haustür die Kerze in der Laterne.

Ein lieber Freund hat uns Tannen- und Mistelzweige gebracht, die dekorativ vor dem Eingang liegen und darauf warten, bewusst und noch dekorativer irgendwo hingelegt zu werden.

Die Schachtel mit den Weihnachtsbüchern steht im Wohnzimmer.

Wir nehmen (nicht häufig, aber ein bisschen) an Bräuchen teil wie den Adventsfenstern im Dorf oder dem Wecken des Samichlaus mittels «Geisslechlöpfe».

Wir bestellen Geschenke, erstellen Wunschlisten und haben alles da, um die selbstgemachten Geschenke zu machen.

Wir planen Weihnachtsfeiern, laden ein, lassen uns einladen, sagen auch einmal ab.

Wenn die Kinder auf ihren Instrumenten üben, erklingen Weihnachtslieder.

Sie haben fleissig geübt für das Weihnachtsspiel in der Kirche und zusammen mit vielen anderen Kindern eine grosse Zuschauermenge begeistert und berührt.

Es weihnachtet. Ganz traditionell.

Und doch kommt bei mir keine Weihnachtsstimmung auf. Diese ganz besondere Stimmung, die alles andere unwichtig erscheinen lässt, fehlt. Da ist zu viel Alltag. Zu viele offene Punkte auf der geschäftlichen To-do-Liste. Zu viele Hausaufgaben, Prüfungen. Zu viele Termine. Zu viel «so wie immer». Zu wenig Zeit zum einfach nur weihnachtlich sein.

Na und? Macht das Weihnachten weniger wertvoll? Ändert das etwas an der wunderbaren Botschaft, die die Kinder und Engel am Weihnachtsspiel verkündet haben: «De Himmel chunt uf d’ Ärde und das giltet für alli!»? Hindert es uns daran, die Feste zu feiern, wie sie fallen, auch wenn sie möglicherweise etwas unvorbereiteter fallen als andere Jahre?

Nein! Nein.

Weihnachten wird es sowieso, ob ich mich drei Wochen lang besinnlich gefühlt habe oder nicht. Ob ich alle Erwartungen erfüllt habe – meine eigenen und die der anderen – oder nicht. Darum geht es nämlich. Jesus kommt sowieso. Der Himmel kommt sowieso auf die Erde. Möglicherweise halt einfach anders, als ich es mir vorgestellt habe.

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