Langsam schreiben

Last Updated on 4. April 2019 by Mirjam Wicki

Normalerweise bin ich eine Schnell- und Vielschreiberin. Meine übliche Herausforderung besteht nicht darin, Wörter zu finden und sie zu Geschichten zu machen, sondern das, was ins Dokument gesprudelt ist, leserfreundlich aufzubereiten und vor allem zu kürzen (immer wieder gern/ungern nach dieser Methode).

Mein aktuelles Projekt ist anders. Es gärt seit einem Jahr. Es gibt dazu auf meinem Computer einen Ordner «Archiv» mit sechs Unterordnern. Sie enthalten längere und kürzere Fragmente, einer sogar ein Dokument, das der Länge nach durchaus als Manuskript durchgehen würde, inhaltlich leider nicht (es ist mein NaNoWriMo-Dokument und der endgültige Beweis, dass diese Geschichte nicht mit vielen schnellen Wörtern erzählt werden will).

Unzählige Male dachte ich in den letzten Monaten: Ich gebe es auf. Es ist nicht dran. Die Geschichte will nicht geschrieben werden. Ich suche mir neue Figuren und mache mich mit ihnen auf zu neuen Ufern. Aber da sind keine neuen Figuren, keine neuen Ufer, keine neuen Themen, die mich interessieren. Die Geschichte will durchaus geschrieben werden.

Ich habe sogar versucht zu plotten. Meinen «Ich-bin-ein-creative-writer»-Stolz beiseite geschoben und mir ausgedacht, was als nächstes passieren könnte, nur um mich beim anschliessenden Aufschreibenwollen tödlich zu langweilen und zu merken, dass die Figuren noch mehr bocken als sonst.

Schliesslich habe ich eingesehen: Die Geschichte will langsam und zäh entstehen. Es passt zu ihr. Es passt nicht zu mir, aber vielleicht kann ich seufzend und jammernd zugeben, dass es mir nicht schadet, wenn sie mich Langsamkeit und Geduld mit mir selbst lehrt.

One thought on “Langsam schreiben”

  1. Liebe Mirjam. Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich bin übrigens auch kein Plotter. X Mal probiert, funktioniert nicht… Deine Geschichte wird kommen, nur Geduld. 😊 Liebe Grüße, Susanne

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