Last Updated on 13. August 2026 by Mirjam Wicki
Kochen in den Ferien
In Åboholm durfte ich beim Mittag- und Abendessen einfach zusitzen. Die Menüs waren frisch zubereitet, vegetarisch, gesund und immer geprägt von der Person, die gerade kochte. Ich bin eine Person, die nicht besonders gern kocht. Ich kann es, ich mache es, aber ich habe nie verstanden, wie man eine Leiden- und Wissenschaft daraus machen und stundenlang darüber reden kann. Vor einigen Jahren haben unsere Kinder festgestellt, dass ich viel schneller koche als mein Mann und dass das Essen bei mir immer etwas weniger schön aussieht. «Schmecken tut es aber auch gut!», war ihnen wichtig festzuhalten.
Als ich von meiner Auszeit zurückkam, waren bei uns noch Ferien. Ich übernahm wieder mein Ämtli Wocheneinkauf und kaufte Basics, die man irgendwann in den folgenden Tagen zubereiten konnte. Wenn ich Hunger hatte, mixte ich – ein wenig Åboholm-Style – zusammen, was ich fand. Dem Wetter entsprechend machte ich oft Salate, mit Qinoa, mit Couscous, mit Gemüsen und Kräutern, die gerade da waren. Mit dem Zitronenolivenöl, das die Nachbarin aus Italien mitgebracht hatte, mit Honig, weil die eine Wwooferin auf Åboholm damit so unglaublich feine Saucen gemacht hat. Mit Feta, weil ich das überraschenderweise gern bekommen habe. Es hatte immer zu viel von meinem Menüs, und es kam im Lauf des Tages immer alles weg.
Im Türkischen Laden, wo ich gern frische Kräuter für die Kaninchen hole und auch sonst ein paar Lieblingsdinge gefunden habe, kaufte ich Kichererbsen. Auch so ein Åboholm-Lebensmittel, mit dem grossartige Currys gemacht worden waren. Erst zu Hause kümmerte ich mich darum, wie man sie zubereitet. Als erstes muss man die 7 – 12 Stunden in Wasse einlegen, danach einige Zeit kochen. Das passte gerade nicht ins Programm, und es gab keine Kichererbsen. Ein paar Tage später hatte ich Zeit. Ich legte ein (und staunte, wie gross sie wurden), kochte sie im Dampfkochtopf, fror einige ein und machte einen Salat. Einen Salat, der okay, aber nicht speziell gut wurde (Mirjam-Kochstyle eben).
An dem Tag luden wir spontan eine Nachbarin zum Essen ein. Es gab Grillkäse und den okayischen Kichererbsensalat. Sie mochte ihn, sie schöpfte nach, und ich freute mich, dass es reicht, wenn neue ausprobierte Rezepte einfach nur okay herauskommen.
Kochen im Alltag
Seit dieser Woche sind meine laaaaaaangen Ferien (die im Lauf der Wochen schleichend zu unterrichtsfreier Arbeitszeit geworden waren, aber das ist ein Thema für einen anderen Tag) vorbei. Der Familienalltag läuft wieder und damit der Deal mit den Teens/jungen Erwachsenen im Haus, dass wir uns mit Kochen abwechseln. Am ersten Tag machte ich – Kichererbsensalat. Verbessert, nicht mehr okay, sondern richtig gut. An meinem zweiten Kochtag wollte ich Pasta machen, hatte aber auf keines meiner Standardrezepte richtig Lust. Also fragte ich das Internet und liess mir von Betty Bossi ein Rezept mit Thymian, Tomaten und Gin zeigen. Es wurde okay.
Auch der Sohn ist so kurz nach den Ferien noch kochmotiviert und fragte das Internet nach einem Reisrezept. Er landete altersgemäss nicht bei Betty Bossi, sondern auf TikTok. Er kochte Reis mit Peperoni, einer scharfen Sauce und ohne Erbsli, weil wir davon keine hatten. Es wurde fantastisch gut.
Die Tochter kochte Pizza. Bewährt, gut und ganz nach ihrem Motto: «Pizza sollte es mindestens einmal pro Woche geben!»
Fazit
Und schon habe ich zwar nicht stundenlang übers Kochen geredet, aber abschnittelang darüber geschrieben. Am Ende fange ich auch noch an, es gern zu machen!
Und vielleicht sehe ich dann genauso glücklich aus, wie wenn ich nach einem langen Velotag im Restaurant Pommes und Roastbeef bekomme.


Willkomme im Team
„Mer choche ned soooo gärn“
Hey, cool, dass du au e dem Team besch 😁