#Schreibmotivation: 10 Minuten und ein Schreibwerkzeug

Auf Pinterest habe ich dieses Zitat von Cory Doctorow gefunden:

„Write even when the world is chaotic. You don’t need a cigarette, silence, music, a comfortable chair, or inner peace to write. You just need ten minutes and a writing implement.“

Die Frage ist natürlich, was ich auf Pinterest mache, und die Antwort ist ganz einfach: Trotz 10 Minuten Zeit und einem Schreibwerkzeug unter den Händen NICHT schreiben.

Für mich ist es eine dauernde Gratwanderung zwischen „setz dich einfach hin und schreib“ und „überliste dich selbst und bring dich in die richtige Stimmung, bevor du zu schreiben beginnst“.

Option zwei wird mir z.B. durch ein Kapitel in Natalie Goldbergs Ratgeber „Schreiben in Cafés“ bestätigt, dessen Titel lustigerweise auch mit einer Zigarette daher kommt: „Blauer Lippenstift (und eine Zigarette im Mundwinkel)“. Darin empfiehlt Frau Goldberg bei Langeweile über dem eigenen Schreiben unter anderem:

„Tragen Sie eine Baskenmütze, Hausschuhe und ein Nachthemd, Springerstiefel, Blaumann, einen dreiteiligen Anzug oder Lockenwickler oder rollen Sie sich in die amerikanische Flagge ein. (…) Versuchen Sie alles, um sich einmal anders zu fühlen und so die Welt mit anderen Augen wahrzunehmen.“

Ich habe diesen sehr ehrlichen Teil in mir, der genau weiss, ob ich auf der Suche nach Inspiration durchs Haus streife und passende Accessoires suche oder Pinterest/YouTube durchforste, oder oder ob ich einfach nur prokrastiniere (auf gut Schweizerdeutsch: usestüüdele). Ich weiss aber auch, dass ich manchmal auf meinen Trödeltouren durchs Internet ganz überraschend Inspiration finde, wie z.B. obenstehendes Zitat.

Mein Schreiben muss nicht immer produktiv und zielstrebig sein. Aber zehn Minuten pro Tag – die sollen sein!

 

 

Morgenseiten

Drei Seiten pro Morgen schreiben. Möglichst bevor die Aufgaben des Tages begonnen haben. Aufschreiben, was mir durch den Kopf geht, mit oder ohne Sinn. Tiefgründig, oberflächlich, chaotisch, strukturbringend.

Die Idee stammt aus dem Buch „Der Weg des Künstlers – ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität“ von Julia Cameron, das ich nie in der Vollversion gelesen habe. Ich habe mich mit Frau Camerons Kurzfassung „Der Intensivkurs zum Weg des Künstlers“ begnügt.

Ich schreibe seit ungefähr zwei Jahren Morgenseiten. Nicht täglich, aber kontinuierlich. Nicht immer drei Seiten und schon gar nicht immer drei gleich lange Seiten. Meistens, wenn die Kinder am Morgen aus dem Haus gegangen sind, manchmal auch erst im Lauf des Tages. Viele Aha-Erlebnisse hatte ich auf diesen Seiten, viel Motivation habe ich gefunden, und immer wieder mache ich die verblüffende Erfahrung, dass die wertvollsten Worte fliessen, nachdem ich meinte, fertig zu sein.

Die Morgenseiten sind eines der Mittel, mit denen ich mich durch den Alltag als Mutter, Lerncoach, Hausfrau und Autorin manövriere. Sie helfen mir, bei mir selbst zu bleiben oder zumindest einmal am Tag dort anzukommen.

P.S. Bonuswin: Morgenseiten sind der perfekte Grund, um immer wieder neue Notizbücher kaufen zu dürfen!

Mama-Slang

Originaltext: Hoi, goht’s der guet, hesch Hunger, händer d’ Prüefig zruggöbercho, esch guet gange, hesch de Zettel abgäh, zieh d’ Schueh ab, bevor d’ ine chunsch!, wo isch ‘s Znüniböxli, hesch kei Hunger gha i de Pause oder het scho weder öpper Chueche mitbrocht, Händ wäsche!, was hesch för Plän höt Nomitag, wotsch Öpfumues oder Tomatesosse, nei, es get kei Sirup, en Guete, mer müend de no go Winterschue poschte, do hesch de Lumpe, putz sälber uf, Dessär get’s spöter, ab i d’ Mittagsrueh!

Übersetzung: Mis Chind, i ha di gärn!

Dezember-Post

Nach dem November kommt der Dezember. Nach der Schlacht um die 50’000 Wörter kommt das unglamouröse Aufräumen des Liegengebliebenen (Wäsche, verblühte Pflanzen, Staub, Mails, …). Nach dem fraglosen Schreibflow kommt die Frage nach der Qualität des Geschriebenen. Nach dem Energieschub kommt die Erkältung.

Ob es das wert ist? Aber sicher! Bis im nächsten NaNoWriMo.

Doch erst einmal: Frohe Adventszeit!

NaNo-Helpline, was kann ich für Sie tun?

Zu meiner grossen Freude habe ich dieses Jahr in meinem Umfeld einige Mit-WriMos. Neben den Gesprächen im Schreibnachtforum und den Mails des NaNo-Teams helfen sie mit, mich bei der Stange zu halten und das Dramagefühl von „Ich allein an meinem Schreibtisch!“ von mir fernzuhalten.

Letzte und vorletzte Woche erreichten mich vor allem Fragen wie „wie richte ich mein Konto ein?“, „wo schreibe ich meinen Text?“, „wo sehe ich, wie viele Wörter ich bereits geschrieben habe?“. Neu sind es Themen wie „1667 Wörter pro Tag sind zu viel!“, „wann schreibst du eigentlich?“, „ich werde es nie schaffen!“, „es ist egal, wenn ich es nicht schaffe, es macht trotzdem Spass“, „was ich schreibe, nimmt mich viel zu sehr mit“.

Der NaNoWriMo ist ein Abenteuer. Ein Experiment, bei dem die gemachten Erfahrungen mindestens so viel zählen wie die geschriebenen Wörter. Wer sich darauf einlässt, riskiert, nicht nur die Geschichte in seinem Dokument weiterzutreiben, sondern auch das eigene Leben. Das ist schön, manchmal beängstigend und immer wieder spannend!

NaNoWriMo 2018 Woche 1

Geschriebene Wörter: 9’681 (11’669 sollten es sein, wenn ich gestern im Soll gewesen wäre)

Persönliches NaNo-Motto: Rock this November!

Motivation: Hoch

Freude am Schreiben: Hoch

Freude am Austausch mit anderen WriMos: Sehr hoch

Zuversicht, das Ziel zu erreichen: Eher tief (sobald ich beginne, meinen Ehrgeiz mitzurechnen: Hoch)

Einfluss auf das restliche Leben: Hoch („Mami, hast du meine Kleider gewaschen?“ – „…“)

Aussicht auf die nächste NaNo-Woche: Jedes Wort zählt, aber saubere Kleider sind auch ganz chic.