Textschnipsel aus „Die andere Seite von SCHWARZ“

Während ich heute das Gemüse fürs Mittagessen aus dem Garten holte, kam mir der Gedanke, dass Alexa und Ian aus „Die andere Seite von SCHWARZ“ während des ganzen Romans nie im Gemüsegarten anzutreffen sind! Komisch, wo sie doch so viel Platz haben rund um ihr Häuschen und Ian so gerne kocht. Aber wer weiss: Vielleicht haben sie ja einen Gemüsegarten und er wurde einfach nie wichtig für die Geschichte …

Ein anderer Garten spielt allerdings eine wichtige Rolle: Der Garten von Lena aus der Brückenclique, in dem die legendäre Party stattfand, an der Ian und Alexa sich zum ersten Mal küssten! Dass dies unter den Augen von Ians Schwester Saskia geschah, führte einige Zeit später zu diesem Gespräch unter Geschwistern:

„Saskia zündete sich eine Zigarette an. Knapp blies sie den Rauch an Ians Gesicht vorbei und sagte betont locker: «Hei, Bruderherz, erzähl uns doch mal von deinem Mädchen!»

Marit hob erstaunt die Augenbrauen. «Du hast ein Mädchen?»

„Ja, hat er!», antwortete Saskia. «Seit dieser Gartenparty vor einem Monat. Sie ist süss, aber ganz ehrlich, Ian: Was willst du von der Kleinen?»

Marit lachte. «Ja, was wohl? Was wollen grosse, böse Buben von süssen, kleinen Mädchen?»

Ian blitzte Saskia an. «Sie ist meine Freundin. Das will ich von ihr. Verstehst du? So wie du und der Portugiese!»

«Hör auf!», zischte Saskia. «Hör auf, João Portugiese zu nennen, du Rassist!»

«Dann hör du auf, Alexa ein kleines Mädchen zu nennen, du Snob!»

Ein Kellner kam mit einem Tablett voller Weingläser vorbei. Sie griffen alle zu. Ian nahm nach einem kurzen Zögern gleich noch ein zweites Glas. Während er das erste leerte, fragte Saskia: «Du bist also tatsächlich noch mit ihr zusammen?»

«Ich werde immer mit ihr zusammen sein!», antwortete er überzeugt.

Gut zum Druck

Die Korrektorin ist durch. Ich auch. Es steht nichts mehr zwischen meinem Manuskript und dem „Gut zum Druck“. Ausser natürlich meiner Angst, Fehler übersehen zu haben, meiner Unsicherheit bezüglich einiger Details, meinem Hang zum Perfektionismus und meiner grundsätzlichen Abneigung gegen das Abschliessen von Projekten.

Aber sonst …

Liedtexte und Buchtitel in meinem Roman

Meine Playlist während des Schreibens von „Die andere Seite von SCHWARZ“ bestand grösstenteils aus Songs von EUROPE (zufälligerweise meine und Alexas Lieblingsband :-)). Immer wieder passten Melodien und Texte zu den Szenen, die ich schrieb, und in meiner Rohfassung tauchten mehrmals ganze Liedzeilen auf.

Dann befasste ich mich mit Urheberrecht und korrektem Zitieren und stellte fest, dass die Grenzen dafür eng sind.

Matthias Matting von der Selfpublisherbibel schreibt in seinem Artikel „Autorentipp: Liedzitate im Buch – was ist erlaubt, und wie muss ich vorgehen?“:

„Kann ich einen Songtext in meinem Buch zitieren? Kurze Antwort: Nein. Lange Antwort: In der Regel nur mit Genehmigung des Rechteinhabers.“

Aus diesem Grund strich ich die Songzeilen aus dem Text (kill your darlings – immer wieder) und deutete nur an einer Stelle an, um welches Lied es sich handeln könnte. Nun gibt es aber dieses Lied, das mich während der letzten Überarbeitung begleitete, und dessen eine Passage alles enthält, was das Schreiben von „Die andere Seite von SCHWARZ“ für mich ausmachte. Ich würde diesen Abschnitt gern vorne ins Buch schreiben und habe mich aus diesem Grund für eine Bewilligung zum Zitieren ans Management von EUROPE gewandt. Leider ist die Antwort noch ausstehend.

Heute wurde ich von meiner Korrektorin darauf hingewiesen, dass ich in meinem Roman einen Buchtitel zitiere. Darf ich das? Meine Recherchen haben bis jetzt noch keine klare Antwort ergeben. Zur Sicherheit habe ich dem Verlag eine Mail geschickt und nachgefragt.

Ich hoffe, damit alles beachtet zu haben, was Urheberrechtsschutz in meinem Roman angeht.

Qualitativ nicht die beste Auffnahe von „Pictures“, aber ich stand an diesem Abend nur wenige Meter von der Bühne entfernt, und es fühlte sich an, als würde die Band dieses Lied für mich und „Die andere Seite von SCHWARZ“ spielen.

Schreiben, eine Herzenssache

Mein Selfpublishingprojekt beschäftigt mich gut. Nach Budget und Coverentscheidungen befasse ich mich derzeit mit Marketing. Bald wird der Text aus dem Korrektorat kommen und ich kann den endgültigen Taschenbuchsatz machen!

Daneben schreibe ich. An einem Text, der mir seit Monaten am Herzen liegt, dessen Entstehen mich manchmal zur Verzweiflung und manchmal zur Verzückung bringt und der wundersamerweise gerade in einer Phase steckt, in der es „flowt“. Ich flowe mit und geniesse.

Ja, es macht Spass, aus meinem langghegten Manuskript einen fixfertigen Selfpublisher-Roman zu machen, der die Herzen seiner LeserInnen erreichen soll.

Und es macht Spass, Neues entstehen zu lassen und dabei noch nicht an LeserInnen zu denken, sondern allein für mein Herz zu schreiben.

GROH, Kalender „Du kannst 2019“ , Zitat von J.W. von Goethe

Selfpublishing: Das Cover nimmt Gestalt an

Der Tipp steht – glaube ich – in jedem Ratgeber und Artikel, die ich zum Thema Selfpublishing gelesen habe: Wer selbst keine Ahnung von Coverdesign hat, soll besser die Finger vom Gestalten des eigenen Buchcovers lassen! Dafür gibt es Profis oder vorgefertigte Cover.

Ich habe mich für meinen Roman für die Luxusvariante entschieden und eine Person angefragt, die alles vereint, was ich mir für mein Buchcover wünsche (und mehr!): Designerin, Gestalterin eigener Buchcover, Autorin einer erfolgreichen Buchreihe, Norwegenkennerin (dieser letzte Punkt ist einfach ein wunderbares Supplement). Um wen es sich handelt, werde ich verraten, sobald das Cover bereit ist, um hier präsentiert zu werden.

Entwurfsausschnitt 🙂

Das Hauptmotiv für das Bild war schnell klar: Ein Ort, der im Roman wichtig ist. Menschen, die den Romanfiguren entsprechen. Hell und dunkel.

Dann ruhte das Cover für einige Wochen. Ich investierte viel Zeit in die Suche nach dem richtigen Titel und entwarf den Klappentext.

Nun ist die Zeit der Entscheidungen gekommen. Schriftart, exakte Farben, Details. Welche Veränderung erzielt welche Wirkung? Könnte man hier nicht noch ein wenig …? Wie viel Zeit würde es kosten auszuprobieren, ob …? Gross- oder Kleinbuchstaben? An welche Regeln halten wir uns, und welche brechen wir bewusst? Wo liegt die Balance zwischen zeitgemäss und individuell? Verspricht das Cover, was der Roman halten kann? Entfaltet es seine Wirkung sowohl auf dem fertigen Buch, wie auch auf dem kleinen Bild im Webshop?

Ich schätze den engen und persönlichen Kontakt mit der Designerin, hole mir Feedback bei Menschen aus meinem Umfeld (bewusst von Designprofis und „gewöhnlichen“ LeserInnen) und weiss, dass ich am Ende die Verantwortung für mein Entscheide trage. Das macht Spass und gleichzeitig ein wenig Angst – wie eigentlich alles in diesem ganzen Selfpublishing-Prozess!

Selfpublishing: Schreiben und rechnen

Ich habe mich entschieden, meinen zweiten Roman im Selfpublishing zu veröffentlichen. Ich habe Lust auf neue Erfahrungen und darauf, das ganze Paket einer Buchveröffentlichung von Grund auf mitzugestalten.

Was ich bereits verraten kann: Der Roman wird im Herbst 2019 als Taschenbuch und E-Book erscheinen! Als Selfpublishing-Anbieter habe ich BoD (Books on Demand) gewählt.

Seit Wochen laufen im Hintergrund meiner Schreibstube vorbereitende Massnahmen: Titelsuche, Covergestaltung, letzte Änderungen am Manuskript, Korrektorat, Klappentext, Marketingstrategie, … Dabei pendle ich dauernd zwischen «Endlich kommt mein Buch zu seinen LeserInnen!» und «Oje, ich werde nie mit allem fertig werden!» hin und her. Ich versuche, beides auszuhalten und dabei den Fokus nicht zu verlieren.

Gestern habe ich mich endlich einem meiner unliebsamsten Themen gestellt: Dem Budget. Das heisst, ich habe gerechnet, statt geschrieben.

Auf der Kostenseite stehen Ausgaben für Lektorat/Korrektorat, Coverdesign, Bücher und Webinare zum Thema Selfpublishing, der Betrag an BoD, Rezensionsexemplare und weitere Werbemassnahmen. Auf die Idee, mir die Arbeitszeit bezahlen zu lassen, komme ich im Moment nicht.

Auf der Einnahmenseite stehen natürlich die verkauften Bücher. Dabei hat es Einfluss auf meinen Gewinn, ob die Bücher von mir bei BoD in grösseren Mengen bestellt und weiterverkauft werden oder ob die Kunden/Kundinnen sie im Onlinehandel erwerben. Wie viel ich an gekauften E-Books verdiene, habe ich noch nicht herausgefunden. Von meiner ersten Buchveröffentlichung her weiss ich, dass ich mit zusätzlichem Gewinn aus Lesungen rechnen kann.

Mein Rechnen enthält einiges an Spekulation. Wer kauft mein Buch über welchen Kanal? Kann ich neue LeserInnen gewinnen? Wie viel muss ich investieren dafür? Welche Möglichkeiten eröffnen sich mit den E-Books, mit denen ich noch keine Erfahrungen habe? Kommen unvorhergesehene Kosten auf mich zu?

Ich bemühte mich um eine realistische, eher pessimistische Rechnung und landete im Minus. Es überraschte mich nicht, dennoch tat es einen Moment lang weh, die Zahlen so deutlich vor mir zu sehen.

Kürzlich wurde ich gefragt, ob das Schreiben für mich Beruf oder Hobby sei. Nach der gestrigen Rechenaufgabe lautet meine Antwort: Mein Schreiben ist ein zeitaufwändiges Hobby, das ich mit professioneller Ernsthaftigkeit betreibe und mit dem ich dieses Jahr im besten Fall gleich viele Ausgaben wie Einnahmen generiere (wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Ausgaben überwiegen werden).

Das Gute an Hobbys ist: Sie machen Spass! Die Freude, die mir das Schreiben an sich und alles, was daraus entsteht, geben, gehört in ein anderes Budget, und dieses wird Ende Jahr auf jeden Fall im Plus sein!

 

 

Auf Recherchereise in Oslo

In meinem neuen Roman, der im Herbst 2019 erscheinen wird, kommen immer wieder Orte in Oslo vor. Ich kannte die Stadt von einer Norwegenreise, die achtzehn Jahre her ist, und schrieb die Erstfassung aus dieser Erinnerung. Während der Überarbeitungen wuchs mein Wunsch, genauer zu wissen, wo die einzelnen Szenen spielen, die Stimmung an den beschriebenen Orten zu spüren und einige konkrete Angaben und Namen in den Text einzustreuen.

Und so flogen mein Mann und ich Mitte Mai für vier Tage nach Oslo und folgten den Spuren meiner Romanfiguren.

Einmal mehr verschlug die Aussicht auf die Stadt und den Fjord ihr den Atem.

 

 

Sie gingen zur nahen Station der T-Bane und fuhren bis hinauf zum Frognerseteren.

 

 

 

 

«Fühlst du dich eigentlich hier mehr zu Hause oder in der Schweiz?», fragte sie, während sie langsam die Treppe zu Vigelands «Rad des Lebens» hinaufstiegen.

 

 

 

Ganz ehrlich, ich weiss nicht, wie viel besser und echter mein Roman dadurch wird, dass er nun solche Sätze mit bestätigtem Wahrheitsgehalt beinhaltet, aber was ich sicher weiss, ist: Ich bin meinen Protagonisten auf dieser Reise noch näher gekommen, und mein Mann und ich erlebten eine tolle Zeit in einer grossartigen Stadt!