Selfpublishing: Das Cover nimmt Gestalt an

Der Tipp steht – glaube ich – in jedem Ratgeber und Artikel, die ich zum Thema Selfpublishing gelesen habe: Wer selbst keine Ahnung von Coverdesign hat, soll besser die Finger vom Gestalten des eigenen Buchcovers lassen! Dafür gibt es Profis oder vorgefertigte Cover.

Ich habe mich für meinen Roman für die Luxusvariante entschieden und eine Person angefragt, die alles vereint, was ich mir für mein Buchcover wünsche (und mehr!): Designerin, Gestalterin eigener Buchcover, Autorin einer erfolgreichen Buchreihe, Norwegenkennerin (dieser letzte Punkt ist einfach ein wunderbares Supplement). Um wen es sich handelt, werde ich verraten, sobald das Cover bereit ist, um hier präsentiert zu werden.

Entwurfsausschnitt 🙂

Das Hauptmotiv für das Bild war schnell klar: Ein Ort, der im Roman wichtig ist. Menschen, die den Romanfiguren entsprechen. Hell und dunkel.

Dann ruhte das Cover für einige Wochen. Ich investierte viel Zeit in die Suche nach dem richtigen Titel und entwarf den Klappentext.

Nun ist die Zeit der Entscheidungen gekommen. Schriftart, exakte Farben, Details. Welche Veränderung erzielt welche Wirkung? Könnte man hier nicht noch ein wenig …? Wie viel Zeit würde es kosten auszuprobieren, ob …? Gross- oder Kleinbuchstaben? An welche Regeln halten wir uns, und welche brechen wir bewusst? Wo liegt die Balance zwischen zeitgemäss und individuell? Verspricht das Cover, was der Roman halten kann? Entfaltet es seine Wirkung sowohl auf dem fertigen Buch, wie auch auf dem kleinen Bild im Webshop?

Ich schätze den engen und persönlichen Kontakt mit der Designerin, hole mir Feedback bei Menschen aus meinem Umfeld (bewusst von Designprofis und „gewöhnlichen“ LeserInnen) und weiss, dass ich am Ende die Verantwortung für mein Entscheide trage. Das macht Spass und gleichzeitig ein wenig Angst – wie eigentlich alles in diesem ganzen Selfpublishing-Prozess!

Selfpublishing: Schreiben und rechnen

Ich habe mich entschieden, meinen zweiten Roman im Selfpublishing zu veröffentlichen. Ich habe Lust auf neue Erfahrungen und darauf, das ganze Paket einer Buchveröffentlichung von Grund auf mitzugestalten.

Was ich bereits verraten kann: Der Roman wird im Herbst 2019 als Taschenbuch und E-Book erscheinen! Als Selfpublishing-Anbieter habe ich BoD (Books on Demand) gewählt.

Seit Wochen laufen im Hintergrund meiner Schreibstube vorbereitende Massnahmen: Titelsuche, Covergestaltung, letzte Änderungen am Manuskript, Korrektorat, Klappentext, Marketingstrategie, … Dabei pendle ich dauernd zwischen «Endlich kommt mein Buch zu seinen LeserInnen!» und «Oje, ich werde nie mit allem fertig werden!» hin und her. Ich versuche, beides auszuhalten und dabei den Fokus nicht zu verlieren.

Gestern habe ich mich endlich einem meiner unliebsamsten Themen gestellt: Dem Budget. Das heisst, ich habe gerechnet, statt geschrieben.

Auf der Kostenseite stehen Ausgaben für Lektorat/Korrektorat, Coverdesign, Bücher und Webinare zum Thema Selfpublishing, der Betrag an BoD, Rezensionsexemplare und weitere Werbemassnahmen. Auf die Idee, mir die Arbeitszeit bezahlen zu lassen, komme ich im Moment nicht.

Auf der Einnahmenseite stehen natürlich die verkauften Bücher. Dabei hat es Einfluss auf meinen Gewinn, ob die Bücher von mir bei BoD in grösseren Mengen bestellt und weiterverkauft werden oder ob die Kunden/Kundinnen sie im Onlinehandel erwerben. Wie viel ich an gekauften E-Books verdiene, habe ich noch nicht herausgefunden. Von meiner ersten Buchveröffentlichung her weiss ich, dass ich mit zusätzlichem Gewinn aus Lesungen rechnen kann.

Mein Rechnen enthält einiges an Spekulation. Wer kauft mein Buch über welchen Kanal? Kann ich neue LeserInnen gewinnen? Wie viel muss ich investieren dafür? Welche Möglichkeiten eröffnen sich mit den E-Books, mit denen ich noch keine Erfahrungen habe? Kommen unvorhergesehene Kosten auf mich zu?

Ich bemühte mich um eine realistische, eher pessimistische Rechnung und landete im Minus. Es überraschte mich nicht, dennoch tat es einen Moment lang weh, die Zahlen so deutlich vor mir zu sehen.

Kürzlich wurde ich gefragt, ob das Schreiben für mich Beruf oder Hobby sei. Nach der gestrigen Rechenaufgabe lautet meine Antwort: Mein Schreiben ist ein zeitaufwändiges Hobby, das ich mit professioneller Ernsthaftigkeit betreibe und mit dem ich dieses Jahr im besten Fall gleich viele Ausgaben wie Einnahmen generiere (wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Ausgaben überwiegen werden).

Das Gute an Hobbys ist: Sie machen Spass! Die Freude, die mir das Schreiben an sich und alles, was daraus entsteht, geben, gehört in ein anderes Budget, und dieses wird Ende Jahr auf jeden Fall im Plus sein!