Jahresmotto 2022

Herzlich willkommen zum ersten Kaffeeklatsch dieses Jahres, liebe Freund*innen des gemütlichen Beisammenseins. (Ihr seid bei der Auswahl des Getränks natürlich völlig frei. Bei mir ist es heute ein wärmender Tee.)

Statt zum Neujahr Vorsätze zu fassen, stelle ich die Jahre seit einiger Zeit unter ein Motto. Ein oder zwei Wörter, die mir in den Tagen um den Jahreswechsel wichtig werden, schreibe ich auf, und nehme mir vor, mich in den nächsten Monaten daran zu orientieren.

Eine Zeit lang war es beinahe erschreckend, wie gut die Wörter dann auch im Nachhinein zu dem vergangenen Jahr passten. Selbsterfüllende Prophezeiung? Autosuggestion? Führung durch eine höhere Macht? Ich weiss es nicht, und es ist mir auch nicht wichtig.

Zu Beginn des letzten Jahres wollten mir keine Wörter einfallen. Ich probierte etwas herum, schrieb glaub sogar etwas auf, habe es aber direkt wieder vergessen. Im Nachhinein gesehen ist auch das nicht erstaunlich, denn was 2021 privat und beruflich an Herausforderungen und Veränderungen gebracht hat, war jenseits von allem, was ich mir zum Jahreswechsel gewünscht oder vorgestellt hatte.

Ob mich ein schönes Motto besser durch die Schwierigkeiten getragen hätte? Kaum. Ich war getragen. Von meinem Umfeld, meinem Glauben, meinen Ressourcen, die ich anzapfen konnte. Vielleicht war es ganz gut, dass ich nicht noch das Gefühl hatte, mich an einer positiven Affirmation orientieren zu müssen. Im dümmsten Fall hätte ich mir damit zusätzlich Druck gemacht.

Diesen Jahreswechsel durften wir wie üblich mit einer befreundeten Familie in ihrem Ferienhaus oberhalb von Lugano verbringen. Die Pause vom Alltag, die überwältigende Aussicht, die Gespräche, Spaziergänge, Spiele, die «same procedures as every year» und noch einmal die überwältigende Aussicht haben meinen Reset-Knopf gedrückt. Am Ende des Jahres bin ich wieder bei mir selbst angekommen.

Wie von selbst zeigte sich mein Wort für 2022:

Self-Care

Ich will in diesem Jahr auf mich selbst achtgeben. Gut zu mir sein. Zu meinem Körper, meiner Psyche, zu mir als Ganzes.

Das hiess diese Woche zum Beispiel:

  1. Ich habe mir für 2022 nur ein einziges Schreibziel gesetzt, nämlich mir täglich mindestens ein paar Minuten Schreibzeit zu gönnen. Weil mir schreiben guttut. Weil ich gespannt bin, was dabei herauskommt. Weil niemand ausser mir selbst wissen wird, ob ich das Ziel erreiche, und ich gnädig sein werde mit mir.
  2. Ich ging regelmässig spazieren. Bewegung und frische Luft haben auf mich nämlich eine entspannendere Wirkung als Doomscrooling auf Social Media und Handygames (nichts gegen diese beiden, aber zuviel davon tut mir nicht gut).
  3. Beim Kleidershopping habe ich nur wenig gekauft, dafür Teile, die mir wirklich gut gefallen und in denen ich mich wohl und hübsch fühle.
  4. Die aktuelle Lektüre auf meinem E-Reader ist das Buch von Svenja Gräfen „Radikale Selbstfürsorge. Jetzt!“. In den ersten Kapiteln enthält es keine radikalen neuen Erkenntnisse für mich, jedoch viel Bestätigung und einige Anregungen, was Self-Care auch sein kann.
  5. Während ich diesen Beitrag schreibe, kocht auf dem Herd ein grosser Topf mit frischem Ingwer-Zitronen-Honig-Tee. (Der nach der Homeoffice-Pause meines Mannes schon beinahe leer ist. Offenbar sorge ich nicht nur für mich selbst :-))

Mein persönliches Self-Caring, meine Selbstfürsorge, wird im Lauf des Jahres bestimmt noch mehr Bedeutungen bekommen. Gut möglich, dass ich hier wieder davon berichten werde.

Stellst du dein Jahr auch unter ein Motto?

2 Kommentare

  1. Liebe Mirjam,
    heute bin ich mit Kaffee in deinem Café. 😀
    Deine Jahresmottos finde ich eine tolle Idee! Hast du sie irgendwo festgehalten und setzt du dir Reminder in den Kalender, um sie übers Jahr nicht zu vergessen? Das passiert mir nämlich im Alltag so oft, dass ich mein Ziel vor lauter Gerenne und Getue aus den Augen verliere.

    Nein, ein Jahresmotto setze ich mir also nicht, aber ich will dieses Jahr auch mehr auf mich achten (auch Self-Care) und mich selbst weiterentwickeln; auch wenn sich daduch die familiären Strukturen ein wenig verschieben müssen. Das ist in den letzten Jahren einfach zu kurz gekommen.

    Ich wünsche dir ein tolles Self-Care-Jahr und bin gespannt, was du noch so berichtest.
    Liebe Grüße
    Sophia

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    1. Liebe Sophia
      Wie schön, dass du mich auf der Selfcare-Reise begleitest. Wir können uns ja gegenseitig daran erinnern, wenn wir es vergessen sollten 🙂
      Bisher habe ich meine Mottos im Morgenseiten-Notizheft festgehalten. Dieses Jahr führe ich mein Bullet Journal weiter und habe es dort an den Anfang geschrieben.

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