Dies ist der letzte Eintrag des Reisetagebuch meiner Schreibauszeit in Schweden. Danke, dass du dabei warst. Ich habe mir übrigens sagen lassen, dass man die Beiträge auch von hinten nach vorne lesen kann.
Von Travemünde Skandinavienkai nach Hamburg
Auch auf dieser Finnlines-Fähre versammelt man sich als Passagierin ohne eigenes Fahrzeug an der Reception. Und auch da wartet man, bis der Rest des Schiffs leer ist (oder auf etwas anderes, who knows). Wir trafen uns alle wieder, die schwedisch-finnisch-deutsch-schweizerische Reisegruppe plus Frau und Hund. Ich lernte, dass man in anderen Fähren als Fusspassagier*in über eine Passage aus dem Schiff geht. Also das hier hatte noch niemand erlebt (ausser ich auf der Hinreise).
Irgendwann waren wir draussen. Mit unseren Apps, einigen spärlichen Infos und dem Ziel, zeitnah nach Hamburg zu kommen. Die deutschen Jungs verschwanden, der Hund tobte auf dem Rasen, und wir anderen bestätigten uns gegenseitig, dass bald ein Bus nach Lübeck fahren würde (auf den Zug wollte ich mich nicht verlassen, nachdem er mich auf der Hinfahrt Irgendwo im Nirgendwo ausgespuckt hatte). Der Bus kam, fuhr fahrplanmässig nach Lübeck, und wir zottelten als ganze Gruppe weiter zum Zug nach Hamburg. Der war ziemlich voll, weshalb wir uns voneinander verabschiedeten.
Der Schweizer und ich setzten uns ins gleiche Abteil und wunderten uns, dass wir ab Hamburg zwei unterschiedliche Züge gebucht hatten, die in einem Abstand von einer Viertelstunde fahren würden. Am Hauptbahnhof trennten wir uns, und ich studierte die Abfahrtafeln.
Hamburg
Guess what? Es gab keinen Zug, der um 10.29 Uhr fuhr. Es gab nur den Zug um 10.45 Uhr. Ich ging zu einem Infoschalter. «Ja ….», meinte der freundliche Herr dort. «Ihr Zug ist – früher gefahren. Der ist schon weg. Sie können … Also Sie müssen sich beeilen, dann können Sie im Reisezentrum noch umbuchen auf 10.45 Uhr.»
Ich beeilte mich und stellte mich ans Ende einer Schlange, die endlos lang schien und dies auch blieb. Sollte ich anstehen und auf irgendeinen späteren Zug umbuchen? Oder ohne Reservation um 10.45 Uhr losfahren? Was ist weniger anstrengend? Was macht mehr Sinn?
Mein Mann riet mir per Whatsapp, in den Zug zu steigen. Der Schweizer, den ich wieder traf, meinte, es wäre nicht cool gewesen, ohne Reservation von Zürich nach Hamburg zu fahren.
Ich stieg in den Zug. Setzte mich erst ins Restaurant und fragte dann einen Zugbegleiter, was ich am besten machen sollte. Seine Kollegin empfahl mir Wagen 8. Dort hätte es ungebuchte Plätze.
Reisehilfen
Als ich ratlos in Hamburg war, schrieb ich eine Nachricht an Simple Train. Diese Plattform hat die Reise für mich geplant, alle Verbindungen herausgesucht und die Reservationen vorgenommen. Ich fragte also an, ob sie vielleicht die Buchung ändern könnten.
Die Antwort folgte rasch und persönlich: Leider sei es nicht möglich gewesen, eine andere Reservation vorzunehmen. Ich könne aber auch ohne Reservation reisen.
An dieser Stelle spreche ich eine grosse Empfehlung für Simple Train aus . Die Plattform ist unkompliziert, hilfreich, kompetent, persönlich und das Geld sowas von Wert. Ich glaube nicht, dass ich ohne sie die Nerven gehabt hätte, mit dem Zug nach Schweden und zurück zu reisen.
Für Reiseplanungen mit dem Zug: Die Website von Simple Train
Es ist schon eine Weile her, dass ich mit einer Freundin in Lenzburg bei Fräulein Rosarot war. Wir schauten uns die coolen Ledertaschen an, die Stefanie unter anderem verkauft. «Irgendwann brauche ich eine Tasche, und dann komme ich hierhin», versprach ich.
Vor meiner Reise stellte sich die Frage, wo ich die wirklich wichtigen Dinge wie Interrail-Ticket, Reservationen, Handy und Zimmerschlüssel aufbewahren wollte. Antwort: Natürlich in einer Tasche von Fräulein Rosarot!
Ich liess mich von Stefanie beraten. Sie zeigte mir die verschiedenen Grössen ihrer Taschen und wies mich darauf hin, dass es oft auch sinnvoll ist, die Sonnenbrille dabei zu haben (natürlich, ohne mir etwas aufschwatzen zu wollen). Ich entschied mich für eine kleine Ledertasche, ein Brillenetui, das darin Platz hat, und ein schmales Stoffetui, in dem Karten und Schlüssel ein Plätzchen haben.
Und was war und bin ich auf meiner Reise froh um diese Accessoires! Ich habe die Tache hunderte Male geöffnet und geschlossen, und der Reisverschluss ist immer noch einwandfrei. Die Grösse ist perfekt, die Tasche hängt immer über meiner Schulter, wenn ich unterwegs bin. So geht das Wichtigste weder verloren noch vergessen. Die ID ist jederzeit griffbereit, die Tickets sind immer sicher.
Für Taschen und andere wundervolle und praktische Dinge: Fräulein Rosarot, online und im Laden in Lenzburg.
Goodbye
Während ich dies schreibe, sitze ich immer noch im Zug Richtung Basel, und noch hat niemand meinen Platz beansprucht. Meine Sitznachbar*innen wechseln, alle sind nett. Ich habe schon gegessen, gehäkelt, geschrieben, gelesen und aus dem Fenster geschaut.
Seit bald zwei Stunden bleiben wir immer wieder stehen, weil – Deutsche Bahn? (und offenbar wegen eines Brandanschlags auf den Gleisen zwischen Düsseldorf und Köln und dem daraus entstandenen Chaos)
Gerade belausche ich ein Telefongespräch. Ich höre nur, was der Mitreisende sagt: «Im Zug. – Warten. – Das weiss keiner.» Gut zusammengefasst.
Ich muss heute keine Fähre mehr erreichen, und mein nächster Übernachtungsort ist 24/7 für mich offen. Ich habe keinen Stress.
Also mache ich, was Astrid sagt: Sitze und schaue.
Und ich verabschiede mich von euch, liebe Lesende dieses Reisetagebuchs, und bedanke mich für euer Interesse und jeden Austausch, der daraus entstanden ist.
Die Ankunft zu Hause, die gehört allein meiner Familie.
Wann auch immer.
Liebes Reisetagebuch, es war mir eine Freude.










