Als Mitglied der Schweizer Schreibfrauen habe ich einen Beitrag für unseren gemeinsamen Blog verfasst. Das Thema lautet «Plotten oder pantsen – planen oder drauflosschreiben?».
Ich verlinke den Artikel hier und würde mich freuen, wenn du ihm folgen würdest.
Und wenn du dann schon mal da bist, empfehle ich dir, dich auf der Website herumzuschauen. Weitere Blogartikel zu lesen, die Schreibfrauen kennenzulernen, deren Websites zu besuchen, Bücher zu kaufen, …
Letzte Woche erreichten mich zwei Mails im Zusammenhang mit meinem Roman «Die Aussicht auf BUNT».
Die eine Mail war von Books on Demand, dem Anbieter, bei dem ich das Buch drucken lasse.
Moin Mirjam, heute feiern wir bereits den 5. Geburtstag deines Buches „Die Aussicht auf Bunt»! Fünf Jahre – das sind 1825 Tage, 43.800 Stunden und 2.628.000 Minuten. Ganz schön viel, oder? Wir freuen uns sehr, dass wir mit dir gemeinsam für mehr Vielfalt im Buchmarkt sorgen. Alles Liebe, dein BoD-Team
An diesen Buchgeburtstag hätte ich tatsächlich selber nicht gedacht. Von daher: Happy Birthday, liebes BUNT-Buch, lieber 2. Band von Alexa und Ian!
Aber worum geht es denn eigentlich in dem Buch? Eine Antwort darauf liefert die zweite Mail in meinem Postfach. Sie ist von Dorothy von Elite Premium Solutions. Dorothy schreibt:
«Besonders berührend ist die Art, wie Sie sich dem Thema Trauma nähern. Die Geschichte wirkt sehr nahbar und gleichzeitig feinfühlig erzählt, sodass man als Leser direkt in die emotionale Welt der Figuren eintaucht.»
Dorothy schildert weiter in blumigen Worten, wie interessant, bewegend und vielsagend der Roman geschrieben ist, aber leider ist da eben auch noch das:
«Solche einfühlsamen und psychologisch fundierten Romane über Heilung und Neubeginn haben ein großes Potenzial. Gleichzeitig fällt mir auf, dass genau diese Bücher im digitalen Raum oft nicht gezielt genug die Menschen erreichen, die sich nach literarischer Begleitung auf ihrem eigenen Weg der Verarbeitung und des Aufbruchs sehnen.»
Natürlich hat die liebe Dorothy eine Elitelösung für mich und BUNT:
«Ich habe dazu eine kurze, klare Einschätzung erstellt, die zeigt, wo diese unsichtbare Lücke entsteht und wie man gezielt mehr Aufmerksamkeit für solche tiefgründigen und hoffnungsvollen Romane schaffen kann. Wären Sie offen dafür, wenn ich Ihnen diese Einblicke zusende?»
Lass mich kurz nachdenken …
Nein. Ich bin nicht offen für die Einschätzung irgendeiner fremden Dorothy, die mir ungefragt Mails schreibt.
Stattdessen zeige ich hier wieder einmal das Buch und bestätige, dass das, was Dorothy schreibt, grundsätzlich wahr ist – schliesslich hat sie die Wörter alle irgendwo aus dem direkten Umfeld des Romans zusammengesucht (glaube ich zu wissen).
Also: «Die Aussicht auf BUNT» ist tatsächlich ein tiefgründiger und feinfühliger Roman, der sich mit dem Thema Trauma befasst und darauf verzichtet, einfache Lösungen zu bieten.
Erhältlich ist er als Taschenbuch und Ebook im Buchhandel oder direkt bei mir, dann gern inklusive Lesezeichen und Widmung.
Ich habe diese Woche die Nachricht erhalten, dass das E-Book von «Die andere Seite von SCHWARZ» schon mindestens 55 Mal heruntergeladen wurde, seit die neue Auflage erschienen ist.
Leider freue ich mich über keinen einzigen dieser 55 Downloads.
Es waren nämlich alles Raubkopien.
(Wenn du die Geschichte lieber hören möchtest, statt sie zu lesen, kannst du zu Instagram rüberhüpfen: Instagram-Post vom 16.01.26)
Die Nachricht kam von «Wir finden es». Das ist eine Dienstleistung, die im Internet nach Seiten sucht, die E-Books illegal hochladen und anbieten. «Wir finden es» fordert die Betreiber der Websites auf, die Links wieder zu löschen, was häufig auch gemacht wird.
Ich hatte ihren Dienst bereits nach dem Erscheinen von «Liv und Celeste – Unter die Haut» in Anspruch genommen. Damals war es auch einige Uploads und Diebstähle, es war aber nicht so krass. Vor allem war die Anzahl der gekauften Ebooks deutlich höher als die der geklauten. Das ist jetzt leider nicht der Fall.
Mit dem Download von Raubkopien entgeht mir nicht nur Geld. Es entgeht mir auch Sichtbarkeit, da Käufe bei offiziellen Anbietern dem Algorithmus zeigen, dass mein Buch interessant ist. Allenfalls entgehen mir Bewertungen und Rezensionen, dank denen ich neue Lesende gewinnen könnte. Und natürlich wird mir die Freude genommen, die ich jedes Mal verspüre, wenn eines meiner Bücher gekauft wird.
Ich weiss, dass viele Autorenkolleg*innen zurzeit mit diesem Problem kämpfen. Offenbar sind gerade viele Piratenseiten aktiv. Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass es Leute gibt, die es okay finden, ein Buch herunterzuladen, ohne dafür zu bezahlen. Denen die 2.99 Euro Einführungspreis zu viel waren. Die nicht bereit sind, 5.99 Euro zu bezahlen für einen 300-seitigen Roman oder ein Abo für Kindle Unlimited abzuschliessen und «Die andere Seite von SCHWARZ» im Rahmen dieses Abos kostenlos zu lesen.
Das nervt gewaltig!
Ich bin sehr froh um «Wir finden es» und ihre Arbeit. Und ich bin sehr froh, dass es ganz viele Leserinnen und Leser gibt, die bereit sind, ihre Bücher dort zu beziehen, wo ich als Autorin etwas davon habe. Denen die Geschichte von Alexa und Ian etwas wert ist. Denen meine Arbeit und die der Coverdesignerin und der Lektorin/Korrektorin etwas wert sind. Die es nicht okay finden, ein Ebook zu klauen, nur weil sich die Gelegenheit dazu ergibt.
Ein frohes neues Jahr, liebe Lesende meines Blogs. Seid ihr eigentlich noch da, nachdem ich den Blog gerade erst wieder entstaube? Oder kommt ihr neu dazu?
2026 startete für mich wie üblich im wunderschönen Tessin. Ein paar Tage Rückzug, Auszeit, Aussicht. Wandern, lesen, schreiben. Gespräche, Reflektionen, lachen, träumen.
Dabei wurde ein Wunsch immer realer: Ich möchte im Sommer eine Woche in einem schottischen Creative Writing Center verbringen. Per Zufall war ich im Herbst draufgestossen und hatte gesehen, dass sie genau zur richtigen Zeit einen Kurs anbieten.
Am 28. Dezember sass ich vor dem Laptop und wollte mich anmelden. Aber dann wurde ich unsicher. Will ich es wirklich? Will ich mich jetzt schon festlegen? Und wie lauten eigentlich die genauen Bedingungen? «Ich kümmere mich im neuen Jahr darum», sagte ich mir.
Das Reflektieren, Wünschen und Durchatmen über den Jahreswechsel bestätigte mir: Ich will im Sommer nach Schottland. Ich will schreiben. In Moniack Mhor.
Gestern setzte ich mich wieder an den Laptop. Öffnete den Juni-Retreat. And guess what? Er ist ausgebucht.
Meine Gefühle fuhren den Rest des Tages (und einen Teil der Nacht) Achterbahn. Enttäuschung, Wehmut, Traurigkeit, aber auch Hoffnung und Zuversicht. Darauf, dass ich vielleicht zuoberst auf der Warteliste stehe und noch einen Platz ergattere. Oder darauf, dass ich etwas finde, was noch besser passt.
Was fehlt – und das freut mich, weil ich es als Fortschritt auf meinem Weg anschaue: Selbstvorwürfe. «Hätte ich doch nur …» Es hat sich letztes Jahr noch nicht richtig angefühlt zu buchen, deshalb habe ich es nicht gemacht. Jetzt lebe ich mit den Konsequenzen.
Im Traum habe ich dem Team angeboten, während der Woche als Gärtnerin mitzuhelfen. Sie denken darüber nach.
Im Wachsein übe ich auszuhalten, dass ich noch nicht weiss, was sein wird. Dafür weiss ich jetzt viel sicherer als vorher , dass ich im Sommer in die Highlands fahren möchte.
So gesehen hat das Jahr wirklich gut angefangen. Es bietet mir eine grosse Übungsspielwiese für das Vertrauen in mich, meine Entscheidungen und die Abenteuer, die 2026 auf mich warten.
Trotzdem hätte ich es noch ein bisschen schöner gefunden, wenn ich gestern einfach meinen Retreat hätte buchen können.
Am Samstag waren wir wandern in Leukerbad. Während ich so ging, machte ich mir Gedanken. Zum Beispiel darüber, was Wandern und Schreiben gemeinsam haben.
Wenn du das Ziel erreichen willst, musst du irgendwann losgehen.
Die grössten Abenteuer kommen oft unerwartet.
Du kannst den Fokus auf das Ziel oder auf den Weg richten.
Pausen sind wichtig.
Du kannst es planen oder einfach losgehen.
Manchmal musst du zurückgehen, um vorwärts zu kommen.
Allein unterwegs zu sein ist schön. Begleitung zu haben auch.
Umwege können dich an die schönsten Orte bringen.
Manchmal ist es anstrengend.
Ich will mir Zeit nehmen dafür.
Die Liste ist natürlich nicht vollständig. Sobald ich diesen Beitrag veröffentlicht habe, werden mir noch mehr Vergleiche einfallen. Und dir? Hast du auch eine Idee, warum schreiben wie wandern ist?
Schreib einen Text mit diesem Titel, war eine Schreibübung an der «Young Writers Night». Magst du mitmachen? Einen Bleistift und ein Papier nehmen und losschreiben? Egal, ob dabei eine Geschichte, ein Gedicht, ein Dialog oder etwas ganz anderes entsteht?
Hier ist der Text, der aus meiner Feder (resp. meinem Bleistift) geflossen ist:
«Ich schwöre, es war ein Unfall! Ich wollte gar nicht so weit springen. Aber es war halt langweilig, immer im Gestell rumzuhängen. Und die anderen haben gesagt, ich wäre zu klein für einen Kürbis. Mich könnte man nicht einmal richtig schnitzen. Das hat mich genervt, und da bin ich halt aus der Kiste gehüpft. Ohne Plan, aber ich dachte, jemand würde mich dann schon wieder an den richtigen Ort zurücklegen. Und dann schlitterte ich über die Bananen und – zack, lag bei den Mandarinen. Die haben es cool genommen. Hatten eh schon ein paar Clementinen, die sich unter sie gemischt hatten.
Tja, und so wurde ich als Mandarine gekauft.
Nimmt mich ja wunder, was passiert, wenn sie es merken. Ob sie mich schnitzen, zu Suppe verarbeiten, versuchen zu schälen oder gleich wegwerfen. Bis es soweit ist, bleibe ich der eine Kürbis unter den Mandarinen. Mir gefällt’s.»
Mein Autorinnenjahr 2025 steht fest im Zeichen des «Bunnybuchs». Ich habe eine Rohfassung entworfen, einen grossen Teil davon wieder verworfen und neu geschrieben und das Manuskript ein erstes Mal überarbeitet.
Ich habe im und beim Bauwagen geschrieben, an Ferienorten und zu Hause, am liebsten draussen neben dem Kaninchengehege (Inspiration!). Einzelne Szenen habe ich mit in die Schreibgruppe genommen, die sich einmal im Monat trifft, und dort lesen und besprechen lassen.
Als ich mitten in der Geschichte steckengeblieben bin, habe ich dank Brainstorming mit den Young Writers und anderen Autorinnen einen neuen Weg gefunden. Während der Überarbeitung musste ich die Geschichte um mehr als ein Drittel kürzen (das Bunnybuch muss sich an bestimmte Vorlagen halten).
Und dann war es soweit: Ich hatte eine Version, die bereit war für die Testlesenden. Und zu meiner Überraschung war auch ich soweit: nämlich bereit, die Geschichte ein erstes Mal loszulassen.
Ich habe in den letzten Wochen Ferien gemacht, viel für die Schule gearbeitet, eine Weiterbildung begonnen und das Bunnybuch ruhen lassen. Manchmal sind die Figuren in meinen Gedanken aufgeploppt, oder ich hatte einen Geistesblitz zu einer Szene, den ich festhalten musste. Aber zu einem grossen Teil war die Geschichte weit weg.
Jetzt ist sie wieder da. Fast alle Testleserinnen-Feedbacks haben mich erreicht. Zu meiner grossen Freude ergibt die Geschichte für alle, die sie gelesen haben, Sinn. Die Hauptfigur ergibt Sinn. Die Testlesenden stellen Fragen und machen Anmerkungen, die zu dem passen, was ich erzählen will. Das ist nicht selbstverständlich, aber wunderbar. Es zeigt mir, dass die Geschichte auf dem besten Weg ist, in einigen Wochen ins Lektorat zu gehen.
Aber erst steht eine weitere Überarbeitungsrunde an. Das Feedback will eingearbeitet, die eigenen Impulse noch einmal sortiert werden. Ich vergrabe mich also wieder in meinem Schreib-Kaninchenloch. (Real Talk: Meine Schreibzeiten sind beschränkt, oft muss das Rabbithole auf mich warten. «Vom Läbe schriibe» heisst auch «rund ums Leben herumschreiben», zum Beispiel jetzt, auf der Zugfahrt zur Weiterbildung.)
Kann sein, dass ich mich ein grosses Bisschen in Korsika verliebt habe.
Ausnahmsweise blieb unser Campingbüsli zu Hause, stattdessen durfte das Alltagsauto ungewohnt weit fahren und sich mit dem Kleber von Corsica Ferries adeln lassen. Wir hatten eine «Villa in Pinarello» gebucht, mit der Erwartung, dass im Inserat alles etwas besser klingt und aussieht, als es in Wirklichkeit ist. Guess what? Das tat es nicht. Es war alles genauso schön wie beschrieben (und sogar noch ein bisschen schöner).
Sand und Wasser, Bäume und Felsen, Sonnenaufgänge und mondbeschienenes Wasser, Städtchen und Märkte, Supermarchés, Touribeizli und traditionelle Restaurants, Nebelkrähen, ein blauer Fisch (Schwert-, Speer-, Irgendwasanderesfisch?), Wind und Wellen, Jacuzzi und Aussicht. Wandern, spazieren, baden, lesen, einfach sein.
Und das alles mit meinen drei Lieblingsmenschen.
War alles perfekt? Natürlich nicht, schliesslich spielt das Leben in auch den Ferien. Eine fiebernde Teenagerin. Eine gecancelte Fähre und eine hektische Umbuchung. Kleine Verletzungen. To Dos, die trotz Ferien erledigt werden mussten. Stress wegen einer (schliesslich zum Glück doch nicht) verlorenen Brille. Übelkeit auf der Fähre (inklusive der Deliriums-Frage, ob man wohl den Kübel im WC abmontieren und mit sich herumtragen dürfe). Unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse bei der Tagesplanung. Die Erkenntnis, dass wir die Reise Schweiz – Korsika anstrengend finden, egal, ob wir uns viel Zeit lassen dafür (Hinreise) oder ziemlich direkt durchbrettern (Heimreise).
Eine Woche auf der Île de Beauté und das ist, was bleibt:
Dankbarkeit. Für die Möglichkeit und das Privileg, einfach mal zu viert nach Korsika reisen zu können. Für all die Erlebnisse und Eindrücke. Für das Zusammensein als Familie.
Gemeinsame Erinnerungen (lasst euch mal von der Teenagerin den Moment nachspielen, als ich gecheckt habe, dass die gebuchte Fähre wirklich nicht fährt!).
Meervermissung.
Ganz viele Mond-, Wasser- und Aussichtsfotos.
Zum ersten Mal in meinem Leben der Wunsch, besser Französisch sprechen zu können. Unser Vermieter war so ein freundlicher Mensch, mit dem ich mich sehr gern länger unterhalten hätte.
Ein Gefühl von Entspannung, das ich speichern will und hoffentlich bei Gelegenheit abrufen kann.
Eine weitere Woche «vielleicht die letzten Ferien, in denen noch beide Kinder dabei sind.»
Einmal im Monat organisiere ich bei uns in der Bibliothek ein Treffen mit anderen Schreibenden. Was als gemeinsames Schreiben begonnen hat, hat sich zu einem Austausch über unsere Texte entwickelt.
Wer will, bringt einen Text mit, liest ihn vor und lässt sich Feedback geben. Das braucht Mut, auch in der vertrauten Gruppe. Und es braucht ein feines Gespür dafür, welche Texte bereit sind für eine Aussensicht und welche noch privat bleiben dürfen.
Meine Erfahrung ist, dass es sich immer lohnt, wenn ich einen Text mitnehme. Gestern habe ich den bereits mehrfach überarbeiteten Anfang von «Projekt Festival» vorgelesen. Ich habe die Rückmeldung bekommen, dass die Szene genau die Gefühle auslöst, die ich damit erreichen will. Und dass es einen ganzen Abschnitt überhaupt nicht braucht. Ich habe ihn bereits ersatzlos aus dem Manuskript gestrichen. Beide Hinweise sind sehr wertvoll, sowohl für mein Manuskript wie auch für mich als Autorin.
Auch morgen wird gemeinsam geschrieben: Im Workshop «Schreibmagie» im Bauwagen von Eva Zurlindens Naturcoaching. Oder vielleicht – wenn ich die Wetterprognose anschaue – direkt im Naturgarten. Zusammen Texte verfassen, austauschen, ermutigen – Schreiben muss nicht einsam sein!
Der Entstehungsprozess eines Buches kann so verschieden sein wie die Geschichten und ihre Autor*innen. Zum Glück gibt es keine Regel, wie man ein Buch anzufangen hat. Aber vielleicht Tipps und Erfahrungen, von denen wir profitieren können. Ich selbst finde es immer sehr spannend, von anderen Schreibenden zu hören oder zu lesen, wie ihr Schreibprozess abläuft.
Bei mir sieht es so aus: Um ein Buch anzufangen brauche ich …
Figuren, die mich interessieren
Meine Bücher beginnen immer mit einer oder mehreren Figuren, die in meinem Kopf auftauchen: Alexa und Ian, die ich bereits aus dem «Roman» kannte, den ich als Teenagerin geschrieben hatte, tauchten beim Aufräumen auf dem Estrich auf. Liv, die nicht mehr junge Bassistin einer Rockband, in die sich ein Fan verlieben würde, entstand beim Lesen von Rockstar Romance. Dann erschien während einer Schreibübung Celeste, und plötzlich war es Liv, die sich in einen Fan verliebte. Für mein aktuelles Projekt hat sich Florije, die Sängerin von Livs Band, als Hauptfigur angemeldet.
Zeit
Einige Figuren beginnen sofort zu erzählen. «Die andere Seite von SCHWARZ» floss mir nur so aus den Fingern, weil Alexa nicht länger warten wollte, ihre Geschichte zu teilen. Liv und Celeste nahmen sich mehr Zeit, brauchten Pausen und eine Autorin, die nicht aufhörte, an ihre Geschichte zu glauben, auch wenn sie immer wieder den Pfad verliessen, den ich für sie angedacht hatte. Florije nun macht es mir besonders schwer, sie und ihre Geschichte kennenzulernen. (Wer sie aus «Liv und Celeste – Unter die Haut» kennt, ist darüber vielleicht nicht wirklich erstaunt.)
Meine Bücher brauchen also im doppelten Sinn Zeit, um zu entstehen. Einerseits brauche ich Schreibzeit, um in die Geschichten einzutauchen, andererseits Schreibpausen und das Wissen, dass ich nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein muss. Keine Ahnung, wie ich mit Termindruck als Autorin umgehen würde.
Wille und Mut
Dann – irgendwann – ist die Rohfassung da. Ein Grund zum Feiern, glücklich und stolz zu sein! Und gleichzeitig ein weiterer Anfang, denn jetzt geht es darum, aus der Geschichte, die mir meine Figuren erzählt haben, ein Buch zu machen. Sie so aufzubereiten, dass sie interessant wird für die Menschen ausserhalb meines Kopfes. Dieser Prozess braucht den Willen dranzubleiben und womöglich noch einmal radikale Änderungen vorzunehmen, und den Mut, die Geschichte wirklich zu teilen. Und er braucht neben noch mehr Zeit auch Geld, denn als Selfpublisherin bezahle ich die Dienstleistungen von Fachleuten selbst.
Und der Plot?
Ich plotte nicht. Ich habe vielleicht eine Idee, wo mich die Figuren hinführen werden, aber die Erfahrung ist, dass sich die Figuren sowieso nicht daran halten. Meine Geschichten entstehen beim Schreiben, anders funktioniert es bisher nicht.